Konzerte – mit wem?
The Royal Wind Music…
…ist der augenzwinkernd bombastische Name einer in der Tat maßsprengenden Blockflötentruppe – des übrigens weltweit einzigen professionellen Renaissance-Blockflöten Consorts mit der allumfassenden Klangmajestät aus 16 Bassano-Kopien Adriana Breukinks vom Sopran bis hin zum zweifach besetzten baumlangen Subkontrabass.
Wildes Holz…
...ist mit Tobias Reisiges Blockflöten, Markus Conrads Kontrabass und Anto Karaulas Gitarre mächtig, schnarrend, ächzend und virtuos im Einsatz. Es macht einfach Spaß, den dreien in der nahegelegenen Bandfabrik fußwippend und fingerschnalzend zuzuhören, wenn sie ihre Mission ohrenschmausend in Szene setzen – die Befreiung der Blockflöte vom schäbigen Ruf eines Kinderspielzeugs. Dafür nutzen sie alles, was ihnen vor die Instrumente kommt: Jazz, Rock, Pop, Blues, gewürzt mit vielerlei Zutaten aus der eigenen, mittlerweile über zehnjährigen Klangwerkstatt.
Dan Laurin…
...ist wahrlich ein Naturereignis auf der Blockflöte: Sein Spiel lebt ganz aus der Fülle eines geradezu körperlich greifbaren voluminösen Tones – nichts wirkt gehetzt oder von fraglicher Spontaneität angeheizt, alles wächst aus einem unerschütterlichen Fundament der Ruhe heraus und entfaltet von dort aus seine Vitalität, seine schwindelerregende Virtuosität. Solche Größe, die der Blockflöte nur selten zufällt, gestaltet sich gerade im Solo-Recital sinnfälligst.
Dolci Canti…
... ist das Projekt überschrieben, das vom Blockflötentrio RAYUELA und der fünfköpfigen Mittelalterformation CorDatum initiiert wurde und stets neu zu einer wahrhaft magischen sessio gerinnt, in der auf denkbar vielfältigste Weise die so farbenreichen Instrumente – flauti dolci, liuto, salterio, citola, viella, vihuela, viola da gamba, organo di legno, organetto und das allgegenwärtige percussione in immer neuen Schattierungen – miteinander scherzen, stöhnen, singen, sich verflechten und gemeinsam mit den menschlichen Stimmen der acht Musiker einen bezwingenden Kosmos ganz eigener Art kreieren. Ein unerhörter Geheimtipp in der atmosphärischen Nachfolge Jordi Savalls oder Christina Pluhars, dem jede nur denkbare Öffentlichkeit zu wünschen ist!
CD-Rezension
Hugo Reyne…
...ist der vielleicht authentischste Erbe der Spielweise Frans Brüggens mit dem instinktsicheren Einsatz von Schwelldynamik und innerer Bebung. In Zeiten, die den spannungsreichen Drive nach vorn oder die Virtuosität um jeden Preis feiern, bringt Hugo Reyne die Blockflöte wieder zum Singen und gewinnt ihr dabei jene Süße zurück, die ihr doch so eigen ist. Besonders seine Ausdeutungen französischer Blockflötenmusik – in Schwelm dargereicht mit Gambe, Laute oder Theorbe – sind wirklich singulär: Was andere Interpreten als Fremdsprache zu lernen haben, ist für Hugo Reyne unüberhörbar die Muttersprache, die er als solche hegt und pflegt.
…und Dorothee Oberlinger
Umso spannender wird es, wenn Hugo Reyne eine deutsch-französische entente cordiale der ganz besonderen Art knüpfen wird: gemeinsam mit Dorothee Oberlinger, deren Aufnahme französischer Blockflötenmusik nicht nur idiomatisch beglückend gelang, sondern darüber hinaus ein neues Niveau in der internationalen Aneignung jener so spezifischen Sprache markiert.
Flautando Köln…
...ist dieses Mal mit dem vielgestaltigen und animierenden percussion-set Torsten Müllers in Schwelm unterwegs und präsentiert quer durch die Literatur des Blockflötenquartetts seine ganz persönlichen Highlights – kurzweilig moderiert und vielleicht auch anekdotenhaft verziert, so dass ein bunter Strauss dessen entsteht, was das Blockflötenensemble auf höchstem Niveau vermag.










